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Poster Künstler bei Klang und Kleid
Die Geschichte von Art of Modern Rock in der Schweiz,
Europa und bei Klang und Kleid
von Lurker Grand
(i.B.v.) Künstler die im Buch besprochen werden.
(n.i.B.v.) Künstler die NICHT im Buch besprochen werden.
Das erste mir bekannte Siebdruckplakat, das im Zusammenhang mit
Schweizer Punk Rock und Wave gedruckt wurde, war 1978 für den Klub
Hey in Zürich. Es wurde in vier fluoreszierenden Farben von Walo
Benziger gedruckt. Gestaltet von Martin Byland, einem der Gründer des
Off Course Plattenlabels. Darauf abgebildet waren Besucher des Hey`s,
die vom heute bekannten Schweizer Fotografen Pietro Matioli
abgelichtet wurden. Unter anderem gehören einige dieser Personen
heute zu den bekanntesten Musikern und Künstlern der Schweiz.
(n.i.B.v.)
Zur etwa gleichen Zeit druckte auch der Bassist der legendären
Vorarlberger Gruppe Chaos Siebdruckplakate für seine Band. (n.i.B.v.)
Diese Plakate hinterliessen nachträglich bei mir einen enormen
Eindruck, sollte ich doch bis zum heutigen Tag mit Siebdruckplakaten
für Rockevents zu tun haben.
Als ich im Sommer 1983 in die Lower Eastside New York`s emigrierte,
beeindruckten mich in der "Neighbourhood" die Plakate von Eric Drooker
und die Schablonensprayereien vom Mike Roman. (n.i.B.v.). Im selben
Jahr erschien eine der ersten Singles "HipHop Bomi Bop" der Toten
Hosen. Der Umschlag, sowie der Tourbus- und das Bühnendesign der
Hosen wurden vom Mike Roman gestaltet.
Bei kurzen Aufenthalten in Europa zwischen 1984 bis Ende der 80er
Jahre kam man vor allem an den fantastisch schönen Arbeiten des
Berner Dirk Bonsma nicht vorbei. Für Bands wie: The Maniacs aus
Genf, die Lombego Surfers aus Basel oder viele internationale Gruppen
wie Miracle Workers, Fuzztones, Dead Moon oder Nomads,
um nur einige zu nennen, wurden von Dirk mit einem Plakat oder einer Zeichnung für
einen Plattenumschlag beglückt. (i.B.v.)

In Strasburg war Mitte der 80er Jahre Antoine Bernhart für
Plattencovers der Tall Boys, Cannibals, Meteors
u.s.w. sowie für das Tourplakat und Comics der Cramps verantwortlich.
(n.i.B.v.)
Es soll 2005 ein Skizzenbuch über Antoines zirka 1000
unveröffentlichte Arbeiten aus den 80er Jahren herauskommen. Ein
Leckebissen! Wir von Klang und Kleid halten Euch natürlich auf dem
laufenden.
In Amsterdam gestaltete Martin Kaye von 1972 bis 1989 hunderte von
Siebdruckplakten für Anlässe im legendären Klub Paradiso. Auf seinen
Plakaten dominieren stark seine selbst gezeichneten Typografien. (i.B.v.)
Im Frühling 1993 besuchte ich Mike Roman in San Francisco. Eine
Halloween und "Day of the Dead" Ausstellung in Zürich war geplant.
Mike`s Siebdruckplakate waren zu dieser Zeit das non plus ultra. Er
druckte freestyle mit verschiedenen Sieben, somit glich kein Plakat
dem anderen. Es war beeindruckend, ihm bei der Arbeit zuzusehen.
Zur gleichen Zeit stiess ich in Phil Cushway`s Artrock Galerie auf
Frank Kozik. Frank war vor kurzem aus Austin Texas nach San Franzisko
umgezogen. In Austin arbeitete er 3 Jahre lang mit Lindsey Kuhn
zusammen. Kuhn druckte alle Plakate und Single Umschläge unter dem
Logo "Printed at Wackyland" für Kozik und sich selbst. Ebenso war
Chris Coop zur Zeit meines Besuches bei Art Rock unter Vertrag. Es blieb
mir somit nichts anderes übrig, als mein ganzes verfügbares Geld für
Siebdruckplakate auszugeben. (alle 3 i.B.v.)
Zurück in der Schweiz, mit zahllosen Siebdruckplakaten der 3 Künstler
im Gepäck, konnte ich die Geschäftsführer von Klang und Kleid, Dings
und Analph davon überzeugen, dass wir eine Ausstellung in Zürich
organisieren sollten.
Im Sommer 1994 wohnte ich in einer leer stehenden Villa am Züriberg.
Vom 31. Juli auf den 1. August wurde dort eine
legendäre Ausstellung in Anwesenheit von Frank Kozik bis in
die Morgenstunden abgehalten.
Das Ausstellungsplakat ist im Buch abgebildet (Seite 260)
Die Ausstellung war ein enormer Erfolg. Frank Kozik und Lindsey Kuhn
sollten noch weitere Plakate für Klang und Kleid, Analph, den Klub
Luv und die Schürr in Luzern gestalten.
Zu dieser Zeit besuchte ich den jungen Zeichner Michel Casarramona
in seiner Wohnung in Zürich. In den kommenden Jahren organisierte er
Konzerte und gestaltete A6 Flyers um diese zu promoten. 1997 entstand
sein erstes Siebdruckplakat für die UK Subs, die im Klub Luv
aufspielten. 1998 stellten wir gemeinsam mit dem Klub Luv eine grosse
Posterausstellung mit seinen Arbeiten und Werken von Frank Kozik, Chris
Coop,
Dirk Bonsma und Lindsey Kuhn zusammen. Frank Kozik
gestaltete auch das Konzertplakat für die Nashville Pussys, die am
gleichen Abend aufspielten. (i.B.v.)

Im Jahr darauf war Michel Casarramona für das Siebdruckplakat
für die alljährliche Klang und Kleid Party zuständig.
Von nun an wurde jedes Jahr ein Zeichner für die Party verpflichtet.
- im 7. Jahr der Comic Zeichner Paco Alcazar aus Barcelona.( n.i.b.v.)
- im 8. Jahr die beiden Zürcher Ateliers Code und Kabeljau.(n.i.B.v.)
- im 9. Jahr Firehouse aus San Franzisko.(i.B.v.)
- im 10. Jahr Rockin Jelly Bean aus Tokio.(n.i.B.v.)
- im 11. Jahr Mono Mischalke aus Berlin, gedruckt von Bongout
aus Strasburg.(i.B.v.)

Das Jahr 2002 sollte ein Jahr der Superlativen für Klang und Kleid
werden.
Mit dem mehrtägigen Event COOP in Switzerland, mit einer Russ
Meyer Nite und der Firehouse-Eysore Europatour 2002 gingen wir voll
ans Limit.

Doch nicht genug, dieses Jahr konnten wir den King of Low Brow Vince
Ray aus London für 4 Siebdruckplakate verpflichten.
(n.i.B.v. unverständlicherweise!).

In den letzten Jahren haben sich in ganz Europa viele
Zeichnern und Künstler den Siebdruckplakaten für Musikanlässe
angenommen. Mit der Ausstellungstour kommenden Frühling im
Zusammenhang mit dem Buch Art of modern Rock
erhoffe ich mir eine weitere Verbreitung dieses Mediums und
einen Höhepunkt in der Geschichte der Musikposter Kunst!
In den 70er Jahren flachte dann nicht nur die Gestaltung der Tourplakate sondern auch
die ganze Rockmusikszene völlig ab.
Die Idee der Selbstdarstellung wurde Anfang der 80er Jahre vom Punk wieder relativiert.
Man nahm die Sache wieder selbst in die Hand und gestaltete mit einfachsten Mitteln und
Techniken Plakate, Flyers Schallplattenhüllen und Fanzines.
Anfang der 90er Jahre wurde aus den fotokopierten oder mit bescheidenen Mitteln
gedruckten Plakaten und Flyers der 80er Punkära immer mehr Siebdruckplakate höchster
Qualität und Originalität. Vor allem an der Westküste der U.S.A., dort wo schon in den
60er Jahren die Plakate für die Hippie- und Rockmusik ihre wildesten Blüten trieben,
entfaltete sich einmal mehr dieses Medium. Regelmässige Ausstellungen in Art Rock
Galerien, auf Musik- sowie Tattoobörsen und an Konzerten fördern und
verbreitern die ganze Szene. Eine wichtige Rolle spielt auch das Fachmagazin Juxtapoz
des Grand Seigneur der Low Brow Artszene Robert Williams.
Bis heute leben viele der bekanntesten Zeichner in Kalifornien von ihrer Kunst. So z.B.
Frank Kozik, Chris Coop, Firehouse, Shag, Emek,
Alain Forbes, The Piz, Justin Hampton und viele mehr.